Gut zu wissen

Wir bewegen uns im 16. Jahrhundert, Martin Luther, der Augustinermönch, der die Welt aus den Angeln hob, ist verstorben. Seine Anhänger und Verehrer stehen rat- und hoffnunglos mit hängenden Kopf beisammen und fragen einander: Wie soll es ohne ihn weitergehen? Was sollen wir tun?

Doch einige von ihnen wissen ganz genau, was zu solcher Zeit zu tun ist: die irdischen Wegstationen des Reformators müssen so detailliert und wirklichkeitsgetreu wie möglich niedergeschrieben werden. Nur so kann es ihnen gelingen ihrem Freund und Professor ein würdiges Denkmal zu setzen durch das Welt und Kirche noch etwas lernen können. Eine Handvoll von ihnen findet sich zu einer Schar von Schreibern zusammen um die große Biographie in Angriff zu nehmen. Dass ihnen diese Arbeit nur nicht auf den Nägeln brennt!

Beim Spielen von Luther – Das Kartenspiel können wir in die Haut jener Schreiber schlüpfen. Doch auch jetzt schläft der Teufel nicht. Die gemeinsame Arbeit schlägt, wie so oft gehabt, in einen kleinen Wettstreit um: Wer wird wohl den ganzen Ruhm ernten, der mit der Verewigung der einzelnen Lebensabschnitte einhergeht? Wer bringt die meisten Manuskripte in die Druckerei? Die emsige Arbeit der Schreiber wird von einer Reihe Ereignisse unterbrochen, mit denen sie ganz und garnicht gerechnet hatten: Mal verbrennt ein sorgsam beschriebenes Blatt Papier, mal stibitzt einer der Schreiberkollegen einen Manuskriptbogen oder jemand mengt den wahrheitsgetreuen Aufzeichnungen unausgegorenes Gerede bei...

Spielregeln

Spieltechnik und Testphase

Spieldauer: 40 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Mitspieler: 2-10

Das Ziel des Spiels besteht darin, die einzelnen Kapitel aus Luthers Leben niederzuschreiben, dafür müssen soviele Karten wie möglich zu den einzelnen Lebensabschnitten ablegt werden.

Bei Spielbeginn erhalten wir sieben Spielsteine und ebenso viele Spielkarten. In jeder Runde dürfen wir drei der folgenden Aktionen ausführen: Nachziehen einer Karte, Eröffnung eines Kapitels, Schreiben eines Kapitels, Spielen einer Ereigniskarte, Kartentausch, Rücknahme eines Spielsteines, Abschließen eines Kapitels.

Die Kapitel werden von allen Spielern gemeinsam geschrieben, dabei werden die eigens abgelegten Karten mit einem Spielstein der eigenen Farbe markiert. So können wir an allen Kapiteln mitschreiben.

Die Ereigniskarten dienen dazu unsere eigene Strategie zu verstärken, beziehungsweise die unserer Mitspieler zu durchkreuzen. Mit der Karte Plagiat können wir beispielsweise unseren Mitspielern eine Karte von der Hand stibitzen. Mit der Karte Bücherverbrennung können wir die abgelegten Karten der anderen vernichten. Beim Ausspielen von Sola gratia dürfen wir zwei neue Karten ziehen.

Das Spiel lässt sich in zwei verschiedenen Varianten spielen: Die „Melanchthon-Variante“, die Grundspielweise, lässt mehr Taktik zu, denn alle sieben Aktionen können genutzt werden und es dürfen drei Aktionen pro Runde gespielt werden. Die „Müntzer-Variante“ hingegen zwingt zu schnelleren Entscheidungen, da wir dann nur eine dieser vier Aktionen ausführen dürfen: Nachziehen einer Karte, Eröffnung eines Kapitels, Schreiben eines Kapitels, Spielen einer Ereigniskarte. Dafür dürfen wir am Anfang jeder Runde eine neue Karte ziehen.

Das Spiel wurde in zahlreichen verschiedenen Situationen getestet: Auf dem Bildungsforum Internationaler Spielmarkt Potsdam, auf dem Pfarrkonvent der ungarischen Norddiözese, in Schulen, auf dem evangelischen Jugend-Kirchentag in Ungarn, im Freundeskreis mit mehr oder weniger routinierten Spielern. Insgesamt haben wir mehr als 100 Partien gespielt, bis das Spiel seine endgültige Form erhielt.

Die ausführlichen Spielregeln finden Sie hier.

 

 

 

 

Ohne Legenden...

Die 16 Kapitel des Kartenspiels stellen die wichtigsten Phasen aus Luthers Leben von seiner Geburt bis zu seinem Tod dar. Beim Zusammenstellen der einzelnen Lebensabschnitte haben wir darauf geachtet nur die neuesten Forschungsergebnisse aus der Kirchen- und Theologiegeschichte zu verwenden und keine längst widerlegten Thesen an die nächste Generation weiterzugeben. So findet man in unserem Spiel keine der üblichen Luther-Legenden, weder den Thesenanschlag an die Tür der Schlosskirche, noch den Wurf mit dem Tintenfass in der Wartburg. Auch die Aufschrift „Ich bin getauft“ auf seinem Schreibtisch hat keinen Eingang in unser Spiel gefunden. Anstelle von Legenden haben wir solche spannenden Gegebenheiten eingebaut, die vom theologischen und gesellschaftlichen Standpunkt aus relevant sind und heute dennoch nicht im allgemeinen Bewusstsein der Protestanten verankert sind. Bei dieser Arbeit war neben unseren eigenen theologischen und historischen Kenntnissen auch die Beratung durch einen externen Kirchenhistoriker sehr hilfreich.

Nicht nur ein Spiel...

Schon vom Beginn der Planungsphase an haben wir auf die Eignung des Spiels für die Anwendung in der Gemeindearbeit und beim Religions- und Konfirmandenunterricht geachtet. Im Laufe des Spiels können die Kinder die Informationen zu Martin Luthers Lebensabschnitten den einzelnen Kapiteln zuordnen. Dafür bedarf es keines Vorwissens, da die verschiedenfarbigen Buchzeichen auf den Karten die Zuordnung erleichtern! Eine Vertiefung der Kenntnisse wird befördert, indem die Spieler beim Ablegen der Karten die Beschreibung für alle laut vorlesen. Beim Beenden eines Kapitels kann der Lehrer oder die Pfarrerin die Karten in die richtige Reihenfolge legen lassen und Zusammenhänge erklären beziehungsweise erfragen. Wir haben darauf geachtet, dass eine Partie eine Spieldauer von 30 Minuten hat, damit man es schafft sie in einer Unterrichtsstunde zu spielen.

Die Illustrationen wurden nicht einfach so dahingekritzelt!

Auf den ersten Blick erscheinen die Illustrationen auf den Spielkarten wie liebenswürdige Karikaturen, die mit ihrer Atmosphäre an die schwarz-weißen Holzschnitte zu Luthers Zeiten erinnern. Dabei steckt viel mehr in ihnen: die Zeichnungen sind fast ausnahmlos anhand von Originaldarstellungen aus dem 16. Jahrhundert entstanden. Darüber hinaus bewirkt die Liebe zum Detail eine reiche Authentizität bis in alle Feinheiten.

So entdeckt man beispielsweise auf der Spielkarte „Papst“ hinter der Abbildung von Leo X. ein kleines Bild Julius II., seines Vorgängers. Leo, der berüchtigste Papst der Renaissance wird von diversen Requisiten umgeben abgebildet. So kann man im Hintergrund das Wappen der Familie Medici, eine auf der Jagd verwendete Armbrust, einen Rhinozeros-Holzschnitt von Dürer sowie einen Grundriss des Peterdoms erkennen.

Die Karte „Die 95 Thesen“ zeigt im Hintergrund das Arbeitszimmer des Magdeburger Erzbischofs Albrecht. Er war der Erste, dem Luther seine Thesen mit einem Begleitschreiben zusandte. Selbst die Idee mit dem Papagei, der auf dieser Karte auftaucht, ist keine aus der Luft gegriffene künstlerische Selbstverwirklichung! Auf einem Originalgemälde aus dem 16. Jahrhundert des erzbischöflichen Arbeitszimmers sieht man wirklich einen exotischen Vogel auf Albrechts Schreibtisch herumscharren.

Spielmaterial

  • Gesamtanzahl der Karten: 220
    • 196 Spielkarten
      • 134 Informationskarten
      • 62 Ereigniskarten
    • 16 Kapiteleröffnungskarten
    • 8 Hilfskarten
  • 56 Spielsteine
  • 1 Spielregel

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Domonkos Bence, der Spielexperte des Teams (Graphikdesigner)

Luther – Das Kartenspiel ist bei weitem nicht sein erstes Gesellschaftsspiel-Projekt, doch vielleicht kann diesem die größte symbolische Bedeutung zugemessen werden. 2009 debütierte Doma mit seinem in kleiner Auflage erschienenen Strategiespiel Tutela vor dem Fachpublikum und gewann den ersten Platz des von der Mensa HungarIQa ausgeschriebenen Spielewettbewerbs. Das eigens entworfene, doch nur als Prototyp produzierte Spiel Navigare reichte er 2011 als Diplomarbeit an der Moholy-Nagy Universität für Kunst und Design in Budapest im Fach Design ein. Seitdem arbeitet Doma bei Ungarns größtem Spieleverlag als Graphiker und ist nebenbei stolzer Vater von Marci, Anna und Ábel.

Noémi Bencené Horváth, die Pädagogin des Teams (Religionslehrerin)

Ihre 15 Jahre lange Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen spiegelt sich in der praktischen Konzeption des Kartenspiels wider. Seit der gymnasialen Oberstufe ist sie an der Leitung von Kinderprogrammen, Ferienlagern und anderen Veranstaltungen beteiligt, vorwiegend im Rahmen der Evangelisch-Lutherischen Kirche Ungarns. Ihre pädagogische Berufung führte sie an die Evangelisch-Theologische Universität in Budapest, an der sie in einem gemeinsamen Studienprogramm mit der Eötvös Loránd Universität ein Studium der Religionslehre und -pädagogik absolvierte. In ihrer Diplomarbeit befasste sie sich mit den Lebensfragen der 14-bis-18-Jährigen. Nach ihrem Abschluss im Jahre 2012 wurde sie bei der Evangelischen Gemeinde im Burgviertel in Budapest als Gemeindepädagogin eingestellt. Zurzeit lebt sie ihre erzieherischen Ambitionen und ihre Kreativität, neben der fachlichen Begutachtung von Luther – Das Kartenspiel, 24 Stunden am Tag als Mutter von drei Kindern an der Seite von Doma aus.

Áron Bence, der Illustrator und Theologe des Teams (Pfarrer und Doktorand der Geschichte)

Das glückliche Aufeinandertreffen seines bis zum heutigen Tage gepflegten Hobbys aus der Kindheit und seiner beiden Fachgebiete haben die Illustrationen hervorgebracht, die das Erscheinungsbild des Kartenspiels prägen. Beim Blättern in verschiedenen Publikationen der evangelischen Jugend in Ungarn trifft man mit großer Wahrscheinlichkeit auf seine charakteristischen Zeichnungen. Luther – Das Kartenspiel ist Árons erstes Zeichenprojekt, bei dem er auch sein kirchengeschichtliches Wissen beim Konzipieren der Illustrationen einbringen kann. 2012 legte er sein Diplom in Geschichte und Fennistik an der Eötvös Loránd Universität ab und 2015 beendete er sein theologisches Studium an der Evangelisch-Lutherischen Theologischen Universität in Budapest. Zurzeit arbeitet er als Pfarrer in einer evangelischen Gemeinde und ist Doktorand der Doktorschule für Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte an der Eötvös Loránd Universität. Sein Forschungsgebiet ist die kulturelle Fremdheit im 16. Jahrhundert.

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Von den acht Reformationsspielen schneidet bei den Testspielern "Luther - das Kartenspiel" am besten ab!

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